Christlicher Fundamentalismus

Christlicher Fundamentalismus



In diesen Tagen wird viel über Extremismus in der Religion gesprochen. Es

ist eine wichtige Diskussion, denn wir dürfen die Gefahren nicht

ignorieren. Religion gibt den Menschen Hoffnung und Orientierung. Sie ist

mächtig. Und manchmal gelangt diese Macht in die falschen Hände.

Schuld ist nicht der Glaube, Schuld sind die Menschen, die ihn

instrumentalisieren. Menschen, die für ihre abscheulichen Taten eine

höhere Legitimation brauchen - und sie in der Religion zu finden glauben.

Wir dürfen nicht vergessen, dass es auch im Christentum extreme

Auswüchse gegeben hat. Und es gibt sie bis heute. Christlichen

Fundamentalisten benutzen die Bibel, um ihre eigene

Menschenfeindlichkeit zu rechtfertigen. Auch diese Art von Extremismus

dürfen wir in der heutigen Zeit nicht dulden.

Hier sind 5 extreme Strömungen im Christentum,

Der absurde Umgang mit Abtreibungen

Als ein vergewaltigtes Mädchen 2013 in ein katholisches Krankenhaus in

Köln kam, wurde ihr die "Pille danach" und eine Behandlung verweigert.

Die Begründung: Eine faktische Abtreibung mit der "Pille danach" sei

unvereinbar mit den katholischen Grundsätzen. Laut der Kirche war es nur

ein "bedauerlicher Zwischenfall" - in Wahrheit steckt dahinter der absurde

Umgang der Kirche mit Abtreibungen.

In den USA versuchen kirchennahe Organisationen schon seit längerem,

verzweifelten schwangeren Frauen in Fake-Kliniken eine Abtreibung

auszureden. Immer mehr solcher falscher Kliniken öffnen in den USA. Sie

locken Schwangere mit kostenlosen Untersuchungen und verschweigen

ihnen, dass sie gar keine Abtreibungen anbieten.

Eine Journalistin schleuste sich in eine solche Klinik ein:

Auch in Deutschland bieten radikale Abtreibungsgegner Beratungen für

Schwangere an, zum Beispiel die Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig

Bewahren e. V. (KALEB) . Die Frauen werden mit falschen Statistiken

und Informationen manipuliert. Und unter großen psychischen Druck

gesetzt.

Gehirnwäsche durch religiös motivierte Sekten

Die "Kirche Jesu Christi der Heiligen letzten Tage", eine radikale

Konfessionsgemeinschaft in den USA lockt Tausende Mitglieder an. Die

Angehörigen des Kults lebten lange auf der Ranch des Anführers Warren

Jeffs in Texas, abgeschottet von der Außenwelt . Zahlreiche Kinder wurde

dort missbraucht, minderjährige Mädchen geschwängert. 2008 stürmte die

Polizei das Anwesen.

In Deutschland wird die christliche gefärbte Glaubensgemeinschaft "12

Stämme" immer wieder wegen ihrer umstrittenen Erziehungsmethoden

kritisiert. Ein Aussteiger erzählte dem Nachrichtenmagazin "Focus": Wie

alle Eltern habe er seine Kinder "viele Hunderte Male mit einer dünnen

Weidenrute auf den nackten Hintern geschlagen. Bis ihnen die Tränen

flossen und ihr Wille gebrochen war. Ihr Tun musste sich stets auf Gott

beziehen. Schon Kleinkinder durften nicht spielen und mussten bei

Veranstaltungen stundenlang still sitzen. Jeden Tag wurde dort die Rute

geschwungen.“

Anonyme Hetze im Internet

Das Christentum ist die Religion der Nächstenliebe. Doch was auf

Internet-Plattformen wie "Gloria TV" im Namen Gottes veröffentlich

wird, hat mit Liebe nichts mehr zu tun. Die Mitglieder und Autoren hetzen

gegen Muslime und Juden. Sie sind frauenfeindlich und rechtsradikal, sie

leugnen sogar den Holocaust. Im Diskussionsforum von Gloria TV stehen

unter anderem solche Sätze: "Alle heimlichen gestörten rasten aus, wenn

man ihnen die Wahrheit über die greuelhafte Todsünde der Unzucht zu

vermitteln versucht."

Dass diese Einstellungen nicht die vereinzelter Extremisten ist, zeigte unter

anderem der Skandal um das inzwischen abgeschaltete Hetzportals

Kreuz.net. Dem Theologen und Aktivisten David Berger gelang es, die

Identität einiger Autoren zu lüften.

Hinter manchen Beiträgen steckten zum Beispiel der hessische Priester

Hendrick Jolie, der Religionslehrer Hubert Hecker aus dem Bistum

Limburg und der Mainzer Theologe Georg May.

 Sexueller Missbrauch durch Pfarrer und Priester



Immer wieder kommt es in kirchlichen Organisationen zu sexuellen

Übergriffen, meist auf Kinder. Niemand weiß, wie hoch die Dunkelziffer

ist, wahrscheinlich ist sie das am besten gehütete Geheimnis der Kirche.

Die UN hat den Vatikan bereits beschuldigt, den Missbrauch

Zehntausender Kinder durch Priester geduldet zu haben - und will, dass er

seine Archive öffnet.

Seit 2010 sind in Deutschland immer mehr Fälle sexuellen Missbrauchs in

der katholischen Kirche bekannt geworden. Zahlreiche Schulen waren

betroffen, darunter das Canisiuskolleg, das Jesuitenkolleg in St. Blasien im

Schwarzwald und die ehemalige Jesuitenschule St. Ansgar in Hamburg.